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Sholvar und Hagen
by
Carsten Kölling

- Scholvar -
Scholvar blickte durch den Sehschlitz des Bunkers hinaus auf die Ebene.
Er konnte in der Nähe das Feuer der Schurikenkatapulte seiner Brüder
hören,
die unweit des Bunkers die Chem-Pan-Sey unter Beschuss nahmen.
Die rechte Hälfte seiner Kapuze schob er zurück, damit er besser sehen
konnte.
Der Mantel den er trug war ein Meisterwerk seines Volkes. Er bestand aus
Chameolin, einem Material, dessen Farbe und Textur sich fortwährend der
Umgebung anpasst.
Hier in diesem Bunker war er praktisch unsichtbar.
"Und, kannst Du was erkennen?" hörte er hinter sich eine Stimme.
Es war Eldrid, der Führer des Rangertrupps.
"Nein", erwiderte Scholvar, "Nur das Feuer unserer Brüder ist zu hören."
In der Ferne durchzuckten Laserlanzen den Himmel, auf der Suche
nach einem Ziel.
"Diese Chem-Pan-Sey. Sie freveln allem. Dies Konstrukt vor uns spiegelt
nur ihre jämmerliche Technologie wider!"
Eldrid deutete mit dem Kopf auf ein schwarzes Stahlkonstrukt.
Es war kurz vor einer Mauer, ca. 100 Meter vor dem Bunker, in den Boden
eingeschlagen.
"Die Chem-Pan-Sey bezeichnen dies als Landungskapsel", entgegnete
Scholvar. Er hatte so etwas schon mal gesehen.
Truppen werden mit diesem "Ding" in das Herz der Schlacht geschossen.
Hier stiegen aber keine Truppen aus, es geschah nichts.
"Sie werden diesen Tag nicht überleben", sagte Eldrid und blickte durch
das Zielfernrohr seines Jagdgewehrs.
"Hörst Du das auch?" fragte Scholvar. "Dies Zischen. Wie von einer
Schlange."
"Deine Sinne spielen Dir einen Streich", entgegenete Eldrid.
"Moment, --- jetzt höre ich es......"
Eldrid kam nicht mehr dazu seinen Satz zu beenden.
Eine Flammenwolke schoss durch den Sehschlitz in das Innere des
Bunkers.
Scholvar spürte diese entsetzliche Hitze. Sein Körper verbrannte und
er verlor vor Schmerzen seine Sinne.
Das Letzte was er hörte, war das Abschussgeräusch eine vollautomatischen
Waffe.........
- Bruder Hagen -

Das Mündungsfeuer der Sturmkanone erhellte seinen rechten Waffenarm.
Durch dies Lichtspiel konnte man den schwarzen Panzer der Cybotrüstung
erkennen, der zugleich sein Sarkophag war.
Ja, er war einst einer der mächtigen Krieger des Imperators gewesen.
Im Kampf wurde Bruder Hagen allerdings so schwer getroffen, dass es
für ihn fast keine Zukunft mehr gab.
Um sein Wissen und seine Kampftalente für seinen Orden zu wahren, wurde
er in diesen Cybot eingebettet, dessen Systeme ihn nun am Leben hielten.
Dies war eine hohe Auszeichnung und er war stolz darauf.
Die letzten Geschosse schlugen in den Bunker. Seine Sensoren konnten
kein Leben mehr feststellen, aber Hagen hatte schon so viele Kämpfe hinter
sich um nicht mißtrauisch zu sein.
Diese Ranger sind zäh dachte er. Verdammte Xenos!
Mit dem Flammenwerfer werde ich sie reinigen. Die Lithanei des Hasses kam
über seine stummen Lippen. Den Lautsprecher nutzte er nur um
sichernden Trupps Befehle zu geben. Aber hier war er allein.
Mit einer Landungskapsel in das Herz der Eldarstreitmacht geschossen.
Der Boden bebte unter seinen schweren Schritten, als er auf den Bunker
zustürmte. Mit seiner gewaltigen Energiefaust schlug er auf den Bunker
ein.
Unter der Gewalt dieser Schläge zerbrach die Bunkerdecke und eine Wolke
aus Staub hüllte Bruder Hagen ein.
Die Staubpartikel in seiner Lunge, den Geruch von Nitropulver, die Hitze
des Flammenwerfers, all dies vermisste er so sehr.
Der Sarkophag hält ihn am Leben, aber er ist auch ein Grab.
Keine Gefühle, lebendig tot.
Zweifel ist die Saat der Ketzerei, schoss es ihm durch den Kopf.
Es ist seine heilige Pflicht dem göttlichen Imperator zu dienen.
So spähte er durch die Staubwolke, ob er nicht doch noch einen Feind
des geliebten Imperators entdecken würde.
Da, dort war noch einer der Ranger. Dieser legte sein Gewehr an, aber
nicht
auf Hagen, sondern in Richtung Süden.
Hagen drehte sich nach links und sah Bruder Siegfrieds taktischen Trupp,
der
sich durch Geröll vorarbeitete.
Dann hörte er den Schuss und sah wie einer seiner Brüder getroffen wurde
und zu Boden sank. Allerdings nur um sich kurz darauf wieder zu erheben.
Die Servorüstungen der Space Marines hielten fast allen Geschossen stand.
Feiges Xenopack dachte er. Kämpfen immer nur aus der Ferne.
Durch den gepanzerten Sehschlitz der Cybotrüstung blickte er direkt
in das Gesicht des Rangers, der nur 5 Meter von ihm entfernt war.
In seinen Augen spiegelte sich dessen scheinbar grenzenloser Hass wider.
Die Luft um Bruder Hagen war wieder erfüllt von diesem Zischen, wie die
Warnung einer Kobra.
Das Zischen schwoll zu einem Donnern an, als Hagen seinen schweren
Flammenwerfer abfeuerte, die Ventile sich öffneten und ihr tödliches
Gemisch auf den verbliebenen Eldar ergossen.
Die reinigende Kraft des Feuers dachte er. Wäre er noch fähig Gesichtszüge
zu zeigen, würde er schmunzeln.
Lebendig tot.
Irgendwie beneidete er den sterbenden Ranger.....
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