Blut der Brüder

by Andreas "Maverick" Dengg


„Sie sind entschieden zu weit gegangen!“ donnerte Inquisitor Garon. „ Wir können sie nicht ständig tadeln, ohne Taten folgen zu lassen. Zu oft haben sie sich unserem Willen widersetzt und ihre eigenen Ziele in die Tat umgesetzt. Das muss ein Ende haben! Jetzt!"

Ich flehe euch an Lord es gibt nur diesen Weg!“ Die Gestalt am anderen Ende der Aula drehte sich nicht um. Sie war mit einem gewöhnlichen Mantel mit Kapuze bekleidet um den jedoch der Gürtel mit dem Insignium der Inquisition hing, der die schiere Macht symbolisierte, die Großinquisitor Malichant gegeben war.
„So soll es sein Inquisitor. Deine Argumente klingen gut, auch wenn ich dir nicht gänzlich zustimme hast du die Erlaubnis deine Aufgabe anzugehen. Erstatte mir Bericht wenn es getan ist und geh jetzt!“
Ein Lächeln erschien auf dem Gesicht des Inquisitors das die Ansätze der Fangzähne entblößte…

„Mein Lord ich will nicht widersprechen aber ich habe Zweifel ob der bevorstehende Kampf geschlagen werden muss. Sie sind unsere Brüder…“ Justicar Ceverins Worte klangen weise in den Ohren Großmeister Kayan Azraels. „Mag sein ja, Inquisitor Garon hat jedoch Beweise vorgelegt, die die Großinquisitoren für authentisch und ausreichend erachten. Also werden wir gehen und Schwert und Bolter gegen sie erheben.“ „Wie ihr befehlt Großmeister!“ war die Antwort des Justicars, „Möge der Imperator uns beistehen!“ „Der Imperator wird heute fern sein mein Bruder… und er wird eine Träne vergießen…!“ Kayan erhob sich und schritt schweren Mutes in die Rüstkammer seines Schlachtkreuzers…

„Ihre Absichten sind klar sonst wären sie nicht hier, aber wieso? Wir stehen auf derselben Seite.“ Die Stimme Albrechts war voll aber erfüllt von Trauer. „Es spielt keine Rolle Bruder Champion sie oder wir, “ sprach der Altehrwürdige an seiner Seite, „ihr solltet zu den Waffen rufen lassen. Es zieht ein Sturm auf.“ „Ja ich weiß, ihr habt Recht. Lasst uns die Brüder informieren.“ Der Champion des Imperators blickte nochmals über das Feld, welches Schauspiel eines dunklen Momentes imperialer Geschichte sein würde und wandte sich ab.  Der Altehrwürdige folgte ihm mit donnernden Schritten…

Nach kurzem Einschätzen der Lage befahl Inquisitor Garon den Angriff. Die Gardisten in ihrem Rhino fuhren Richtung Bunker, sorgsam darauf Bedacht dem Feind so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten. Zudem wurden die Nebelwerfer gezündet. Der Land Raider bezog Position im Waldstück östlich des Inquisitors.      Die Schussphase begann viel versprechend als das Gefolge des Garons vier der Templars tötete, die im Waldstück gegenüber Stellung bezogen hatten. Einzig ein Marine mit Plasmakanone überlebte und zog sich zurück. Der Grey Knight Land Raider erspähte den feindlichen Cybot und schoss eine volle Breitseite auf ihn. Unterstützt durch den Maschinengeist erzielte er einen Streifschuss der die Kriegsmaschine jedoch nur durchschüttelte.

Betrübt durch den frühen Verlust von vier Brüder befahl Albrecht dem Fahrer des Land Raiders auf offenes Feld zu fahren. Der Panzer fuhr hinter dem Bunker hervor und bezog östlich davon Position. Die 6 Paladine und ihre Schüler kämpften sich durch den Wald nach vorne, kamen allerdings aufgrund des schlechten Geländes nur mäßig voran. Bruder Damhold schätzte seine Lage neu ein, erkannte dass sie gut war und macht sich mit geschulterter Plasmakanone zu seiner ursprünglichen Stellung auf. Der Senex Antiquus erkannte seine Nutzlosigkeit in dieser Situation und begab sich außer Sichtweite hinter das Waldstück.        Die Beschussphase war kurz, da lediglich der Land Raider in Reichweite war. Er eröffnete das Feuer auf sein Pendant in Silber und vermochte eine der Laserkanonen zu zerstören.

Ihre Chance sich zu bewähren sehend, fuhren die Gardisten das Rhino bis kurz vor den Land Raider des Feindes und brachten die beiden Melter in Position, wobei sie das Rhino geschickt als Deckung vor dem Rest der Black Templars nutzten. Großmeister Azrael entschied das Manöver der Gardisten abzuwarten und im Panzer zu verweilen bis die Zeit reif war. Die Melter wurden in Position gebracht und trotz der Nähe war einer der Schützen tatsächlich unfähig genug, das Adamantmonster zu verfehlen. Der andere traf jedoch und brannte ein Loch in den Rumpf. Allerdings schüttelte das die Besatzung lediglich durch. Großmeister Azrael war enttäuscht über die Menschen und befahl nun ebenfalls das Feuer auf den Feindpanzer. Der Zwillings-Laserstrahl kam jedoch nicht durch die Panzerung. Die Templars im Innern verließen den Panzer durch eine Seitenluke um die Deckung des Bunkers nutzen zu können, gingen jedoch aufgrund ihrer Doktrinen nicht in Deckung. Garon fluchte, kein weiterer Templar würde unter seinem Feuer fallen.

Da seine Zielsysteme wieder justiert waren, schritt der Cybot wieder hinter den Bäumen hervor, um seine Feinde aufs Korn zu nehmen. Der Trupp Templars in den Wäldern erkannte die Chance, das Rhino zu vernichten und schlug sich Richtung Feindpanzer durch den Wald. Albrecht und die Schwertbrüder marschierten auf die Gardisten zu, die sich anmaßten ihn anzugreifen. Die Schussphase der Space Marines begann mit einem Zischen und einer folgenden Explosion als der Melter sein Ziel fand und das Rhino verdampfte. Dieses verschaffte dem Altehrwürdigen freie Sicht auf den Land Raider. Er eröffnete sogleich das Feuer. Der Laserstrahl schnitt durch die Panzerung, traf den Reaktor und ließ den Panzer zerbersten. Die Grey Knights steckten fest obgleich keiner der Ihren bei der Explosion umkam. Zufrieden über das Ausmaß der Verwüstung stürmte Albrecht mit seinen Brüdern in die Gardisten. Das folgende Gemetzel war kurz und blutig. Kein Space Marine war gefallen und nach dem Massaker bewegten sie sich teils in die Deckung der Ruinen um vor dem kommenden Feuerhagel etwas geschützt zu sein.

Garon erkannte die verzweifelte Lage der Situation. Die Gardisten zerschmettert und die Grey Knights kämpfen sich noch immer durch das Wrack des Land Raiders. Vier Waffenläufe schwenkten herum und zielten auf die Schwertbrüder in den Ruinen. Eine Salve später lagen vier der Schwertbrüder tot zwischen den durchlöcherten und zerschossenen Steinmauern. Darunter auch Bruder Reinhard dessen Energieklauen nichts mehr zerfetzen würden. Rasend vor Wut stürmte der Rest des Trupps auf den Inquisitor zu.

Albrecht erkannte, dass die Entfernung sowohl zu den Grey Knights als auch zum Inquisitor zu groß sein um in den Nahkampf zu kommen. Er entschloss sich dazu, hinter den Ruinen auf Verstärkung zu warten die, kurz darauf in Form von 6 Paladinen und 5 Neophyten eintrafen und jeden Zentimeter der Deckung ausnutzten. Dem Land Raider und dem Cybot wurde der Inquisitor mit seinen schweren Waffen als Ziel zugewiesen. Allerdings verhinderten Zielungenauigkeiten und die Deckung den größten Schaden. Lediglich ein Weiser und der Mystiker wurden bei dem Angriff getötet.

Endlich aus dem Wrack des Land Raiders entkommen befahl Kayan sogleich den Angriff. Der Trupp bewegte sich Richtung Osten aus dem Wald heraus um eine freie Sicht auf die Space Marines hinter den Ruinen zu erhalten. Garon indessen schätzte, dass der Kampfläufer der einzige Gegner war ,der seiner Aufmerksamkeit würdig war und er befahl seinen Servitoren auf diesen Gegner zu feuern. Die Geschosse der schweren Bolter prallten von der Panzerung ab und die glühende Plasmakugel verfehlte den Cybot knapp. Allerdings fand eines der gesegneten Geschosse seines Psibolters einen Schwachpunkt am Körper des Kampfläufers, dieses konnte aber lediglich den Piloten durchschütteln. Azrael und die Grey Knights zielten währenddessen auf die Paladine und ihre Schüler. Ein gewaltiges Donnern ertönte als neun Sturmbolter gleichzeitig Tod und Verderben ausspien. Der Feuerhagel kostete zwei Paladinen und drei Neophyten das Leben. Diese stürmten drei Zoll aus ihrer Deckung hervor. Es sah nicht mehr ganz so düster aus für die Inquisition.

Sowohl die Schwertbrüder als auch die Paladine sturmten jetzt auf die Grey Knights zu, um einen epischen Nahkampf einzuleiten. Bruder Damhold brachte indessen seine Plasmakanone wieder in Position und richtete sie auf den Inquisitor. Die vereinte Feuerkraft des Land Raiders und Bruder Damholds kostete Garon sein gesamtes Gefolge. Auch die Paladine und Schwertbrüder eröffneten das Feuer auf ihre silbernen Brüder. Im Hagel der Boltgeschosse fielen zwei Grey Knights aus vorderster Reihe, die die Paladine nun außer Reichweite brachten. Jedoch trafen drei Schwertbrüder mit drei Grey Knights, und die beiden Anführer, aufeinander. Einer der Schwertbrüder und ein Bruder der Grey Knights fielen im Nahkampf. Azrael vermochte seinen Gegenüber nicht zu verwunden, musste  jedoch selbst schwerste Verletzungen nehmen. Es war noch nicht vorbei…

Schäumend vor Wut und mit blutunterlaufenen Augen richtete Garon seine heilige Waffe auf Bruder Damhold. Wie durch ein Wunder überstand dieser jedoch die drei Einschläge der geweihte Munition auf seiner Rüstung. Auf der anderen Seite des Waldes tobte ebenfalls ein blutiger Nahkampf. Kayan schlug auf den Champion ein und verwundete ihn. Allerdings verhinderte der Glaube des Black Templars seinen Tod durch die mächtige Psiwaffe. Albrecht konnte dem Großmeister keine weiteren Verletzungen zufügen. Auch die Rüstungen der Gefolgsleute hielten den meisten Schlägen stand und lediglich ein Grey Knight fiel.

Wieder einmal durchgeschüttelt blieb dem Senex Antiquus nichts anderes übrig als dem Kampf wieder einmal zuzusehen. Die Paladine rückten auf die kämpfenden Brüder vor, um ihnen beizustehen und Bruder Albrecht zielte auf seinen Gegenspieler in den Wäldern. Jedoch überhitzte seine uralte Waffe ohne ihn jedoch zu verletzen. Auch dem Land Raider gelang es lediglich Garon mit seinen schweren Boltern zu verwunden. In der Nahkampfphase stürzten sich weitere 6 Black Templars ins Gemetzel und wurden von den Nemesiswaffen der Grey Knights begrüßt, die alle Neophyten zerfetzten und lediglich den Krieger mit Energiefaust am Leben ließen, welcher noch einen der Grey Knights zum Imperator schickte. Albrecht und Kayan kämpften unterdessen  weiter, ohne den Gegenüber jedoch zu treffen oder zu verwunden.

Die einzigen Schüsse in dieser Angriffsphase der Dämonenjäger waren die Garons, die dem Schützen mit Plasmakanone galten, der jedoch nicht fiel. Im Nahkampf wandte sich Azrael den verbliebenen Schwertbrüdern zu und schaltete jeden einzelnen mit seiner mächtigen Waffe aus. Durch die kurze Ablenkung gelang es dem Champion allerdings, den entscheidenden Stoß anzubringen und den Großmeister zu töten. Ceverin erschlug den letzten Paladin und wandte sich dem Champion zu. Er würde bezahlen für dieses Verbrechen an der Menschheit. Auch wenn er wusste dass die Strafe einen anderen treffen sollte…

Ohne eine einzige Bewegung begann die Beschussphase. Garon hörte einen donnernden Schritt, als der Senex Antiquus näher kam und nahm nur noch einen kurzen Feuerstoß an seiner Seite wahr, als die Rakete die ihm die Existenz nehmen sollte ihren Träger verließ und seinen Körper einäscherte. Auf der anderen Seite des Waldes erschlug Albrecht noch zwei weitere Grey Knights bevor Ceverin ihn mit seiner geweihten Waffe töten konnte.

Ziel war die völlige Auslöschung des Gegners. Die restlichen Grey Knights fielen durch den Beschuss eines Land Raiders, eines Cybots und einer Plasmakanone. Es verblieben letztendlich nur jene drei Einheiten auf dem Schlachtfeld. Der Rest lag tot oder sterbend in den Wäldern oder den Ebenen.

Epilog:

Das Funkeln in seinen Augen wurde immer deutlicher und die Fangzähne waren mittlerweile klar zu sehen. Viel imperiales Blut war auf sein Geheiß hin vergossen worden und man würde zufrieden mit ihm sein. Garon verschoss die letzten Patronen seiner Waffe und begrüßte die nahende Rakete, welche ihn von dieser jämmerlichen Existenz erlösen würde…

Kayan spürte dass etwas Schreckliches diesen Planeten verlassen hatte als er die Detonation am anderen Ende des Waldstückes sah. Er konnte daran nichts mehr ändern. Er schloss die Augen und sprach ein Gebet an den Gott-Imperator als das Leben ihn verließ: „Du wirst im Seelenmeer nicht vor mir sicher sein Dämon!“

Die Halle schien leer zu sein. Malichant stand mit dem Rücken zur Wand in einer der lichtlosen Nischen, verziert mit Heiligenfiguren. Seine Gedanken kreisten um die Geschehnisse auf dem Planeten, keine Stunde her. Aber er hatte bereits Kunde von den Heiligen und Mystikern erhalten, dass eine Warppräsenz von dort verschwunden war. Er nahm sein Messer und schnitt sich eine tiefe Kerbe in den Unterarm, ein Mahnmal für seine Unaufmerksamkeit. Mit schnellen Schritten verließ er den Raum. Eine neue Aufgabe stand ihm bevor, er spie nur ein Wort auf seinem Weg aus: „Garon!“ ...

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